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Startseite Tim von Lindenau Artikel: Natur Kultur Wissenschaft Weinwelt Politik Spiritualität Kurzgeschichten Fotojournal Journal-Blog Kontakt Links & Kunden ![]() Neuerscheinung | Das Problem mit dem Umweltschutz (2007) oder wie man zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt „Ja, das mit dem Umweltschutz ist tatsächlich gar nicht so einfach“ werden da die Politiker sagen, wenn es dann mal zu spät scheint. Andere werden sich fragen: „Sind wir überhaupt dazu in der Lage?“ Wie sollen wir die Umwelt schützen, wenn wir uns nicht grundlegend ändern? Sprich, den Konsum ein wenig runterschrauben und uns eines Besseren besinnen. Kurz gesagt, ich seh’ da zwei unumgängliche Hürden: Erstens: Die überflüssige Produktion von immerwährend neuen Artikeln drastisch herunterfahren, dafür qualitativ hochwertigere produzieren (umweltfreundlich versteht sich) und sämtliche Gerätschaften so konstruieren, dass sie wirklich mit einem Minimum an Energieverbrauch auskommen. Zweitens: Zuvor die Wirtschaftsmächte aufteilen, sprich dezentrieren, um den folgenden Einbußen großer Konzerne, durch die langlebigen und hochwertigen Artikel wirtschaftlich zu verkraften, womit auch automatisch das Problem mit den ungleich verteilten Geldanlagen gelöst wäre. Kesselflicker und Scherenschleifer, das wäre der neue Trend und durch die Verringerung der Umweltbelastungen könnte die Natur aufatmen, während wir uns ganz nebenbei darüber freuen, dass die Gebrauchsgegenstände unseres Alltags gut und lange dienen und wir uns die tolle Qualität auch noch leisten können! Das wäre mal was... aber da sind wir weit von entfernt. Und mal unter uns, ich glaube nicht, dass wir es freiwillig so weit schaffen. Sehr geehrte Frau Merkel, soviel steht fest: Mit einer Hand voll Prozent, schaffen Sie es nicht zum effektiven Umweltschutz und zur Lösung finanzieller Probleme ebensowenig – weiter so. Tim von Lindenau ![]() Foto: Tim von Lindenau ![]() Ganz nebenher... (Für andwarafos-magazin & Gaea Aktuell '07) Wussten Sie eigentlich, dass das Abschmelzen der Gletscher nicht nur nasse Füße zur Folge hat, ganz abgesehen vom weltweiten Abweichen ziemlich wichtiger Strömungsverhältnisse der Meere? Ja, da gibt es ein wirklich sehr kleines Problem – das so klein ist, dass es in der Nahrungskette der Weltmeere den Anfang macht. Plankton siedelt sich unter den treibenden Eisschollen an, welches unbedingt von anderen Meeresbewohnern gefressen werden will, damit da überhaupt jemand den anderen fressen kann. Ohne diese Eisschollen kann dieses Plankton einfach nicht leben. Also durch das Abschmelzen des Eises, bricht zu allem Übel auch noch die Nahrungskette der Meere zusammen. Dann kriegen wir wirklich nasse Füße. Tim von Lindenau ![]() Foto: Tim von Lindenau ![]() Der
Lindenbaum
(Für Gaea Aktuell '07) Der Heilige Schutzbaum der
alten Germanen ist der Göttin Freya geweiht, war seit eh und je
Versammlungsort und sein wohlduftendes Blätterdach schmeichelt
den Liebendenden, die unter ihm verweilen. Die Herzform der Blätter
offenbart uns einiges über den Charakter des Baumes, unter
dessen Krone mancher zum Tanze verleitet wird. So scheint es, denn
seit frühester Zeit luden Menschen die Linde ein, in ihrer Mitte
zu wachsen, wo rauschende Feste und Kundgebungen stattfanden. Vor dem
Einzug großer Gerichtshallen fällte man über ihren
Wurzeln auch Urteile, zog Vergleiche und beschloss Gesetze.
Wer einen Tee aus seinen Blüten bereitet, der wird mit dem wohlschmeckenden Getränk Herr über Erkältungskrankheiten und stärkt dabei seine Abwehrkräfte. Die Blüten wirken schmerzlindernd, entspannend und leicht abführend. Die Blätter schmecken übrigens sehr gut und färben Stoffe hell bis dunkelbraun. Die Rinde wurde lange für verschiedenstes Flechtwerk genutzt, denn sie ist äußerst flexibel und robust. Ältere Linden produzieren so viel Sauerstoff, dass ungefähr 25 Menschen davon atmen können, sie filtern Staub aus der Luft, und sind Lebensraum für eine ganze Reihe von Tierarten, insbesondere von Vögeln und Insekten. Bis zu 60000 Blüten entwickelt sie mit ihrem Nektarreichtum und von dem süßen Duft werden Bienen und Schwebfliegen angezogen, denen der Baum eine reichhaltige Nahrungsquelle ist. Kaum ein Dichter vergangener Zeiten kam mit seinen Werken an dem Baum vorbei, der Kreativität und Lebensfreude auf uns Menschen übergehen lässt. Milde ist sein Gemüt - freundlich und beruhigend. Als ich mich auf den Weg machte, ein paar schöne Fotos von ihm zu machen, fuhr ich übers Land und stellte fest, dass auch noch heute auf den Dörfern, an öffentlichen Plätzen junge Linden gepflanzt werden. Die Linde hat sich über die Jahrtausende in unserer Mitte mit ihren geselligen Eigenheiten behauptet. Sie ist also auch Wahrzeichen alter Kulturen, die fortan unsere rasante Zeit durch sie überdauern. Tim von Lindenau ![]() Grafik: andwarafos/kreativwerkstatt
Waldgedanken (Für Gaea Aktuell '07) Ein Waldgedanke im März. Langsam steigen die Säfte vom tiefsten Punkt der Wurzeln hinauf ans Licht. Die Monate im kalten und dunklen Boden der Erde sind nun vorbei. Durch den mächtigen Stamm hinauf in die Äste und wartenden Triebe, steigt die Kraft dem Frühling entgegen. Die Trägheit des Winters rinnt hinab, fortgetragen von den lebensspendenden Strömen des Regens, der nun unermüdlich vom Himmel fällt. Die ersten Kräuter sprießen am Waldrand und leuchten kräftig im steigenden Sonnenlicht. Vogelgesang begrüßt den Tag und lockt die letzten Schläfer aus ihren Höhlen. Erwartungsvoll beobachte ich täglich, wie sich die Blätter des Holunders langsam aus den Knospen rekeln und sich wie Segel entfalten um die Kraft der Sonne aufzufangen. Endlich schwinden die dunklen Tage. Wem wird da nicht leicht ums Herz, wenn die ersten Feuer in den klaren Nachthimmel Funken treiben und einen neuen Tag verheißen. Einen neuen Tag und neues Grün, welches täglich der Sonne ein Stück näher kommt. Tim von Lindenau Ein Waldgedanke im April. Jetzt ist es soweit!
Schon kann ich die Tage gar nicht mehr zählen, an denen die
Sonne mit ihrem ganz besonderen Frühlingslicht den Wald
durchflutet. Dieses durchdringende Licht, welches tief in alles
dringt, um das letzte Dunkel des Winters endgültig auszutreiben.
Jetzt sind die Knospen und Blüten nicht mehr zu halten, fast
explosionsartig aufzuspringen und der Welt zu zeigen: Wir sind
wieder da – und mit uns der Frühling!
Tim
von Lindenau
Ein Waldgedanke im Mai. Aufgeladen
von den heißen Sonnenstunden des Aprils, erwarten wir nun den
Monat, der endgültig den Sommer bringt. An Sonne hat es im
Vormonat allerdings auch nicht gemangelt. In der brütenden Hitze
des Frühjahres verbrachten wir die Mittagsstunden im Schatten
der Bäume, wenn sie schon genügend Laub trugen. Die Blüten
der Kirsch- und Birnenbäume zieren nun die Wiesen mit
gefleckter, weißer Pracht und leuchten weiß im
Sonnenlicht. Dem Wald gefällt die Hitze an den ersten heißen
Tagen. Der Boden ist noch feucht und bietet so das Klima, das die
kleinen Sämlinge brauchen, um den Waldboden zu durchbrechen und
dem Licht entgegen zu wachsen.
Tim
von Lindenau
Ein
Waldgedanke im Juli.
Jetzt sind wir angekommen! Auf der anderen Seite des Jahres 2007. Die
Sommersonnenwende liegt hinter uns, wir haben getanzt, gefeiert,
gelacht und sind über das Feuer gesprungen, welches beim Sprung
die Schatten der ersten Hälfte des Jahres verbrannte. Ein alter
und ein guter Brauch, denn nun fühlen wir uns leichter und sind
gereinigt für das Kommende. Die Sommersonnenwende ist auch das
Fest der Liebe. Die aphrodisierenden Kirschen der reichhaltigen Ernte
waren ein Schmaus, der in seiner Wirkung noch eine gute Zeit anhält.
Das waren die längsten Tage – laue Sommernächte,
prasselnde Feuer bis in die frühen Morgenstunden – ein Leben
für die Götter. Zwar werden die Tage nun wieder kürzer,
aber keine Angst. Der Sommer ist noch lange nicht vorbei und unsere
alte Erde hat sich jetzt erst richtig aufgeheizt, so dass wir wie von
den Kirschen noch lange davon zehren.
Tim von Lindenau
Gaea Aktuell bei: Neue Erde Verlag '07
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